Exposé RFIDRuFe Im Datennebel

Charlotte ist in einem Alptraum gefangen. Ihre Freundin Sara liegt nach einem mysteriösen Unfall im Koma. Kurz danach verschwindet Saras gesamte Modekollektion. Ihr Atelier geht in Flammen auf. Kundinnen werden bedroht. Und dann wird Charlottes vierzehnjährige Tochter Opfer eines Überfalls, bei dem ausgerechnet die von Sara kreierte Lederjacke geklaut wird.

Das reicht, um mehr als Charlottes Neugier zu schüren. Die Lokalreporterin recherchiert und gerät dabei in einen bizarren Nebel aus George Orwells „1984“ und Terry Gilliams „Brazil“.

Bald wird klar, dass Saras Leidenschaft für technische Spielereien und die Suche nach einem passenden Sicherungssystem für ihre Kreationen gegen illegale Kopien der Auslöser für eine Kettenreaktion waren. Gemeinsam mit dem Hacker Lowry entwickelte sie eine Variante des Systems zur automatischen Identifizierung von Gegenständen und Lebewesen RFID (Radio Frequency Identification). Was beide nicht ahnen: Jakob Lint, Handlanger derer, die am besten zahlten, hatte im Auftrag des Innenministeriums exakt das gleiche System gefunden. Nur sollte dieses zur Ausspionierung der Bevölkerung benutzt werden.

Durch Zufall entdeckt Lint das zweite System und weiß, er muss handeln. Für ihn steht mehr als eine dreistellige Millionsumme auf dem Spiel. In diesem Geschäft geht es um Leben und Tod. Und letzter sollte dann eher die anderen ereilen.

Aber er hat nicht mit Charlottes Hartnäckigkeit gerechnet. Die gesamte Aktion droht an die Öffentlichkeit zu geraten. Den Drahtziehern der Verschwörung in der Regierung bleibt nichts weiter übrig, als den Nebel aus Halbwahrheiten und Lügen immer dichter werden zu lassen. Lint wird zum Opfer, das bei einem tragischen Unfall von der Autobahnbrücke stürzt. Gleichzeitig werden Charlottes privater Rechner und das gesamte Büro einem Virusangriff ausgesetzt, bei dem alle Daten zerstört werden. Damit wähnen sich die Verschwörer weiterhin im Dunkeln. Und Charlotte? Die versteckt ihre handschriftlichen Aufzeichnungen und Tonbänder im Keller und hilft Sara erst einmal beim Aufbau eines neuen Ateliers.

Einstieg Prolog

Sara spannte alle Muskeln an, drückte den Rücken durch und stand kerzengerade. Stockfinstere Stille umgab sie. Ihr Herz raste, und langsam ballten sich Wut und Angst in ihrem Magen zu einem mächtigen Klumpen. Was zum Teufel war hier los?

„Ich habe keine Zeit für diesen Kinderkram,“ rief sie bockig. „Ich muss zur Präsentation, verdammt noch mal!“ Nichts tat sich.

Langsam spürte Sara die Feuchtigkeit, die durch ihre Jacke kroch.

„Das Kostüm kann ich wegschmeißen!“, brummte sie. Nässe ist der Tod für jedes gute Leder.

„Hätte ich gewusst, dass die Kerle mich in einen schimmligen Keller verschleppen, hätte ich einen Polyesteroverall angezogen. - Scheiße!“, brüllte Sara ihre Wut hinaus und lauschte erschöpft dem Klang ihrer Stimme, der von den Betonwänden zurück prallte, nur gedämpft von der Mütze, die ihr zwei Hände über den Kopf gestülpt hatten, während vier Hände, zwei links und zwei rechts, sie durch die Seitentür eines Kleintransporters warfen

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